Modellanläufe und Wechselkurse drücken
die Bilanz
Vorstandschef Bernd Pischetsrieder sagte auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg, das operative Ergebnis sei zwischen Januar und März erheblich niedriger ausgefallen als vor Jahresfrist. Konkrete Zahlen nannte er zunächst nicht, diese will der Wolfsburger Konzern am 7. Mai veröffentlichen.
Neue Modelle treiben Kosten hoch
Als Gründe für den Rückgang nannte Pischetsrieder vor allem hohe Kosten und Vorleistungen für zahlreiche neue Modellanläufe. Aber auch Wechselkurseffekte und Wertpapierabschreibungen wegen der schwachen Kapitalmärkte belasten die VW-Bilanz. Obwohl für das dritte und vierte Quartal bei steigendem Absatz ein höherer Gewinn erwartet werde, bekräftigte Pischetsrieder die VW-Prognose eines insgesamt niedrigeren operativen Ergebnisses auch für das Gesamtjahr.
Angesichts der schwachen Autokonjunktur hatte Pischetsrieder bereits im März gewarnt, das operative Ergebnis werde - wenn sich Wechselkurse und Marktsituation nicht verbesserten - das Vorjahresniveau nicht wieder erreichen. Die 2002 erzielten 4,7 Milliarden Euro lagen bereits gut zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert.
Dividende: Aktionäre stimmen zu
Die VW-Aktionäre haben der Dividendenzahlung von 1,30 Euro je Stamm- und 1,36 Euro je Vorzugsaktie für das Geschäftsjahr 2002 zugestimmt. Die Hauptversammlung folgte damit am Donnerstag in Hamburg dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand.
Die Volkswagen AG schüttet 505 Millionen Euro aus. Laut Geschäftsbericht setzt sich das gezeichnete Kapital aus rund 320 Millionen Stamm- und etwa 105 Millionen Vorzugsaktien zusammen. Größter Aktionär ist mit rund 18 Prozent das Land Niedersachsen.
Neue Führungsstruktur noch offen
Zu Spekulationen über die künftige Führungsstruktur des Konzerns nach dem Ausscheiden von Vertriebschef Robert Büchelhofer sagte der VW-Chef, es sei noch nicht entschieden, ob dessen Vorstandsposten wieder besetzt werden solle. Eine Holding-Struktur werde sich der Konzern indes sicher nicht geben. Bei den Gesamtüberlegungen bleibe abzuwägen, ob die regionale Vertriebsstruktur beibehalten werde, oder auf die Marken des Konzerns weltweite Verantwortung übertragen werden solle.
Volkswagen plant derzeit zahlreiche neue Modellvarianten - allein 20 Produktionsanläufe soll es in diesem Jahr geben. Der ab Herbst in Wolfsburg gefertigte neue Golf V ist dabei von besonderer Bedeutung, da dessen Vorläufer im letzten Jahr des Modellzyklusses weniger attraktiv wirkt als neuere Modelle der Konkurrenz.
Absatz von fünf Millionen Autos erhofft
Volkswagen verbindet mit der Modelloffensive - 2003 zunächst mit Hilfe von Touran, Touareg, Audi A3, Multivan und Golf - die Erwartung, dass der Absatz trotz schwacher Automobilkonjunktur zunächst wieder über fünf Millionen gesteigert werden kann. Mit weiteren neuen Modellen sollen bis 2007 dann deutlich über sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden.
Quelle: heute.t-online.de