Die Deutschen: "Erstaunlicher Sinn für Humor!"

Alles, was mit Fußball zu tun hat
Benutzeravatar
Highlander
Beiträge: 4647
Registriert: Donnerstag 17. April 2003, 20:28

Die Deutschen: "Erstaunlicher Sinn für Humor!"

Beitragvon Highlander » Montag 3. Juli 2006, 09:19

Hallo zusammen,

ich finde, DASS muss mal erwähnt werden, oder :knuddel:

ENDE DER STEREOTYPE

"Erstaunlicher Sinn für Humor"

Deutschland feiert, tanzt und gewinnt - und der Rest der Welt reibt sich erstaunt die Augen. Dank des Fußball-Wahnsinns korrigiert das Ausland sein Bild von der "Nation der Nörgler". Sogar Engländer und Niederländer überschlagen sich vor Begeisterung.


Frankfurt am Main - "Stell dir vor, es ist Fußball-WM, und in Deutschland, der Nation der Nörgler, ist nur die Schönheit des Spektakels ein Thema", kommentiert die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" verwundert. Und die Holländer, gerade beim Thema Fußball auf den großen Nachbarn eigentlich schlecht zu sprechen, staunen über die Leistungen der deutschen Elf: "Sie haben mit dem Muskel-und-Konter-Spiel gebrochen - dank Klinsmann. Wundervoll!" wird der holländische Fußballtrainer Piet de Visser in einer Kolumne zitiert.

Euphorisch und weltoffen: Das Ausland wundert sich über die begeisterungsfähigen Deutschen
Bild

Gerade Nationen wie Engländer oder Holländer, zur deren Scherz-Repertoire Plattitüden über humorlose und alles platt walzende Deutsche mit Wehrmachtshelmen gehören, überschlagen sich schier in ihrer Begeisterung über ein gastfreundliches, beschwingtes Deutschland: Im Internet-Tagebuch der BBC lobt ein Brite großartige Menschen, schöne Landschaften, moderne Städte sowie Bier und Essen in Deutschland.
Ein anderer berichtet verwundert, die Deutschen hätten einen "erstaunlichen Sinn für Humor". Er habe bisher, meist durch die britischen Medien, den Eindruck gehabt, die Deutschen seien ernst und könnten nicht feiern. "Das ist dauerhaft aus meinem Denken gelöscht." Eine ganze Reihe der Leser empfiehlt den britischen Boulevard-Blättern, ihre seit Jahren gepflegten Klischees über Deutschland zu revidieren. Diese Klatschblätter prahlen nun ihrerseits mit der Kameradschaft zweier Nationen, die beide dem Fußball-Wahnsinn verfallen seien - und zeigen statt der früher zu WMs oder EMs gerne aufgelegten Foto-Montagen von Fußballern mit Stahlhelm nun lieber gemeinsame Fotos von deutschen und englischen Fans oder gar Lederhosen-tragende Engländer, die deutsche Polizisten umarmen.

Foto: SPIEGEL TV
Gar nicht genug Superlative können aufgefahren werden, um das Erstaunen der Briten über die "Krauts" zu beschreiben: Was die Stimmung angehe, schafften es die Deutschen besser als alle anderen bisherigen Gastgeber, die verbindenden Aspekte des Fußballs herauszuspielen, heißt es in Kommentaren. Der "Observer" sieht die Spiele in Deutschland gar als eine "festivalartige 'lingua franca' unserer neuen Globalisierung". Und auch der in London lebende Herbert Grönemeyer weiß zu berichten, dass die Engländer nun von Deutschland schwärmen: "Diese Leichtigkeit, Gastfreundschaft und Offenheit überrascht viele in England. Das haben sie Deutschland gar nicht zugetraut", sagte er im ZDF.
Auch andere Nationen, die "zu Gast bei Freunden" sind, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Bei Vorstellung einer Studie der Studentenorganisation AIESEC berichtet der Nigerianer Damola Babalola von seinen Erlebnissen in Hamburg und Köln: "Dort haben die Deutschen zur Musik der Elfenbeinküste getanzt, obwohl sie ihnen doch ganz fremd war, sie haben ganz selbstverständlich Trikots der Mannschaften aus anderen Ländern übergestreift."
"Von nun an bin ich für Deutschland"
Aufs Glücklichste scheinen sich bei der WM im Ausland als "typisch deutsch" angesehene Tugenden mit neuen Attributen zu vereinen, die den Deutschen offenbar niemand zugetraut hätte. Vor allem die Sicherheit, die Freundlichkeit und die Stimmung lobten die in der Studie befragten WM-Gäste. Italienische Zeitungen preisen die "typisch deutsche Tüchtigkeit" bei der Organisation des Turniers.
FORUM
Von der Nation der Nörgler zum Land der Lebensfreude?

"Vieles hat sich geändert, hinweggefegt vom Wind der Geschichte und von globalen Moden. Aber einige Werte sind bei diesen Menschen unzerstörbar: Seriosität, Zuverlässigkeit, Kultur und vielleicht auch die Liebe zu einem guten Bier", schreibt Candido Cannavo in der "Gazzetta dello Sport". Es sei möglich, Deutschland nicht zu lieben, "aber ist unmöglich, es nicht zu schätzen und zu respektieren".
Auch in der Schweiz stellen viele Medien anerkennend fest, dass das WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" zutreffe. "Und Deutschland bewegt sich doch", überschrieb die "Neue Zürcher Zeitung" schon kurz nach der WM-Eröffnung einen politischen Kommentar. Das Fußballfest "löst manchen Knoten und verbindet die Angehörigen einer Nation, die in letzter Zeit oft in Trübsal zu versinken drohte", stellte das Blatt fest: "Plötzlich werden Energien und Wir-Gefühle spürbar, die man kaum mehr für möglich gehalten hätte. Hat die 'Weltmacht Fußball' gar jenen 'Ruck durch Deutschland' ausgelöst, auf den man in normalen Zeiten so lange vergeblich wartete?" Auf die Stimmung im Gastgeberland kamen viele Schweizer Medien nach dem dritten Sieg Deutschlands erneut zu sprechen.
"Fußballverrückt und bester Laune" sei die Hauptstadt, hielt der Zürcher "Tages-Anzeiger" fest und widmete dem Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen separaten Bericht unter der Überschrift "Dr. Merkel and Mrs. Hyde". Der "Blick", der die Stammtisch-Stimmung gegenüber dem "großen Kanton" gerne auskostet, machte sogar eine "deutsche Wende" aus: "Gelassenheit statt Größenwahn".
Doch nicht nur die Gastgeberqualitäten rufen bei den Gästen Bewunderung hervor: Für nicht wenige zählt Klinsmanns Elf zu den haushohen Favoriten des Turniers. In Südkorea steht Deutschland in einer Reihe mit Brasilien und Argentinien als Titelanwärter, das mexikanische Fernsehen zeigt - außer Programmen über diverse deutsche Wurstsorten - alle Spiele der Deutschen und traut diesen den Titelgewinn zu. Und selbst in Holland ist das Undenkbare Wirklichkeit geworden: "Von nun an bin ich für Deutschland", schreibt Hugo Borst, einer der bekanntesten holländischen Fußball-Kolumnisten.
Mirjam Mohr, AP

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,423463,00.html
Zuletzt geändert von Highlander am Montag 3. Juli 2006, 09:45, insgesamt 2-mal geändert.

Benutzeravatar
beetlefreak
Beiträge: 442
Registriert: Sonntag 4. Mai 2003, 17:26
Wohnort: Recklinghausen
Kontaktdaten:

Beitragvon beetlefreak » Montag 3. Juli 2006, 09:45

Ja auch hier in Cala Ratjada war richtig was los! Nach dem Argentinien-Spiel musste die Hauptstraße wegen zu viel feiernder Fans gesperrt werden :-) Unglaugblich kulant auch die Polizei hier. Mit soviel Nachsicht hätte ich nicht gerechnet :-) Aber super!! Echt Klasse
Zuletzt geändert von beetlefreak am Dienstag 4. Juli 2006, 10:55, insgesamt 1-mal geändert.


Zurück zu „Das Runde muss in das Eckige“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste