Flori ist die Umfrage für mich

Dann beschwert Euch bei dieser Fragestellung bitte auch nicht, wenn das Posting ein Epos wird.
Ich versuche mich auch kurz zu fassen; ehrlich
Also als Berufsmusiker ist mein Abstimmungsverhalten glaube ich eindeutig
Ich stamme bereits aus einer Musikerfamilie, und daher ist dises wohl via Gen bei mir (wie auch meiner Schwester, einer freischaffenden Sängerin) implementiert.

Mein Großvater war 1.Operettenkapellmeister in Sofia/BG sowohl unter den letzten Zaren als auch in der anschließenden Volksrepublik. Meine Eltern sind beide Sänger (wobei meine Mutter "nebenher" noch mal eben in Musikwissenschaft promoviert hat) und waren beide am Musiktheater im Revier (Gelsenkirchen) -kurz MiR- und den Bayreuther Festspielen engagiert, wo mein Vater bis heute noch das Chorbüro leitet.
Ich selber, begann in fühester Kindheit (ca. 3 Jahre alt) mit dem Klavierspiel, welches ich unseligerweise nach 6 Jahren aus Bequemlichkeit einstellte. (War mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der größte Fehler meines Lebens

, aber dazu später) Nach diversen musikalischen Früherziehungen, und Unterichten in verschiedenen Instituten begann ich dann mit 15 Jahren mit dem Trompetenspiel. Hierzu war ich aufgrund der Muskelstruktur meiner Lippen allerdings nur bedingt begabt, so dass ich mit 17 Jahren auf Tenorhorn und Posaune umschulte. Nebenher verbrachte ich noch relativ viel Zeit mit allerlei musialischen Nebentätigkeiten im MiR (Sonderchor, Beleuchtungsinspizienz, Statisterie, Umblättern bei Pianisten (lacht nicht, dass ist eine wichtige Tätigkeit, und besonders nervenaufreibend (infolge Ehrfurcht) wenn
Rudolf Buchbinder der Pianist ist). Kurz vor Ende meiner Schulzeit holte mich dann die grausame Wirklichkeit ein, und mein inzwischen gereifter Wunsch Kapellmeister (Dirigent) zu werden liess sich in Folge meines inzwischen total verkümmerten Klavierspiels (s.o.) zunächst nicht realisieren.
Wie sagten schon Bismark und Agnelli: "Politik ist die Kunst des Machbaren" - Also traf ich die "politische Entscheidung" mich für 12 Jahre beim Bund zu verpflichten, und kam somit in den Genuss der wohl umfassendsten Musikalischen Ausbildung die zu dieser Zeit zu erhalten war. Neben den vielfältigen Lehrgängen im Ausbildungsmusikkorps Bw in Hilden studierte ich schwerpunktmäßig von 1989-1991 an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik in Düsseldorf Tenorhorn und Posaune. Nach efolgreichem Ablegen der Diplomprüfung im Oktober 1991 kam ich dann nach bestandenem Feldwebellehrgang (SanAkBw) im Dezember 1991 zum Heeresmusikkorps 7 nach Düsseldorf. Hier verbrachte ich den Rest meiner Dienstzeit bis 1999 als Tenorhornist, Baritonist, Tambourmajor, Kleinbesetzungsleiter und auch Sänger. Wie ihr an der Vielzahl der Einsatzgebiete seht, hatte ich dankenswerter Weise einen Chef (ObstLt Christoph Lieder (wie passend

)) der regelmäßig im Musiker nach weiteren Talenten forschte. So kam dann, neben meinem Gesang (welchen ich privat als Aufbaustudium absolvierte) auch meine Liebe zum Dirigieren wieder zum Vorschein. Da sich mein Klavierspiel (trotz Pflichtfach im Instrumentalstudium) immer noch nicht auf Kapellmeisterniveau befand (und das bei Weitem nicht) nahm ich den Umweg über das Konservatorium in Prag wo unter anderem auch
Friedrich Smetana studiert hat. Hier lernte ich Prof Frantisek Vajnar kennen, der bereit war mir die Kunst des Dirigierens im Privatstudium zu vermitteln.
Neben meinem Dienst
muggte ich wie fast jeder Kollege so vor mich hin und leitete auch noch 8 Jahre ein Orchester in Herne.
Nach Abschluss meiner Dienstzeit beim HMK7 stellte sich für mich nun die Frage, Engagement oder Freischaffend

Eine extrem schwere Entscheidung, gerade in der heutigen Kulturlandschaft

Nach 2 Spielzeiten im Sonderchor der Bayreuther Festspiele, sowie diversen Choraushilfen (u.A. Badisches Staatstheater Karlsruhe) entschied ich mich (auch in Absprache mit Viki) doch zunächst einmal etwas "Sicheres" zu erlernen. Ausserdem galt es noch einige TDM an Fördergeldern des Berufsförderungsdienstes zu verbrauchen

So kam ich zum Busfahren. Warum es jetzt ausgerechnet der Berufskraftfahrer war würde wirklich zu weit führen und auch nicht in diesen Thread gehören, nur so viel es war nach meiner inzwischen (auch durch die immer stärker gewordene Gewichtung des modernen Regietheaters) getroffenen Entscheidung mich musikalisch selbstständig zu machen der Beruf der sich aus sehr vielen Gründen am besten damit verknüpfen liess.
Musikalisch machte ich mich, wie gesagt selbständig und gründete 2002 gemeinsam mit einer ehemaligen Kollegin das Förderprojekt "jungesPodium", dem ich bis heute als Inhaber und Künstlerischer Leiter vorstehe, und dort als Sänger, Dirigent, Arrangeur, Moderator und (wie bei eigenen Unternehmen so üblich) Mädchen für Alles was liegen bleibt fungiere. Wir sind -kurz gefasst- ein Projekt welches junge Gesangs- und Musikstudenten in zahlreichen eigenen und "Fremveranstaltungen" fördert, um ihnen die Möglichkeit des Sammelns von Bühnenerfahrung zu geben. Im Laufe der Jahre entwickleten wir uns so weit, dass wir nunmehr de facto neben dem Förderprojekt den Spielbetireb einer klienen Studiobühne betreiben. Daher arbeite ich für die nöchste Spielzeit auch intensiv an dem Gedanken einer eventuellen Optimierung durch Umstrukturierung. (Ab der nächsten Spielzeit sollen u.A. als Versuch der Repertoireerweiterung noch Kulturreisen angeboten werden, aber das ist noch Zukunftsmusik.) Neben den Veranstaltungen des FP "jungesPodium" bin ich natürlich auch weiterhin freischaffend sowohl solistisch als auch in Besetzungen, bei Kirchenmuggen“ (Hochzeit), „Schleiermuggen“ (Hochzeit), „Planschmuggen“ (Taufe), „Gruftmuggen“ (Beerdigung), (Quelle der Formulierungen
Wikipedia/Mugge 
), Gastspielen, Konzerten, Volksfesten und eben allem wo man so Musik braucht, tätig und buchbar

. Ganz frisch möbel ich jezt seit 2 Jahren mein Klavier- und Keyboardspiel wieder auf, da dieses für die Kirchliche Jugendarbeit recht effizient ist.
Oops ich glaube das wurde doch wieder etwas länger. Aber jetzt finde ich es zu schade alles wieder zu löschen. Ihr kennt mich doch

und glaubt mir das war wirklich nahezu Telegrammstil.

Falls noch Fragen sind könnt Ihr sie ja stellen
coolfire hat geschrieben:Mir als Informatiker ist Musik einfach zu "unlogisch".
Das muss ich streng zurückweisen; es gibt wenig Künste die so logisch und nach so strengen und manigfaltigen Regeln gestrickt sind wie die Musik. (Ausser vielleicht Daniel Küblböck oder Grup Tekan

)
cuore d´italia hat geschrieben:habe auch - wie jana - in der grundschule mit xylophon angefangen. damals hiess das noch glockenspiel.... und das sch....-ding irgendwie aufzuwerten
Möchte ja nicht klugscheisserisch erscheinen, aber das Glockenspiel und das Xylophon sind zwei vershiedene Instrumente, die sich primär durch Material (GS: Metall - XYLO: Holz) und Größe der Klangplatten sowie den Tonumfang unterscheiden.
PS: Einer meiner Träume wäre noch eine musikalische Besetzung von Beetlefahrern, die nur zum Spass und frei jedes künstlerischen Anspruchs (quasi Schützenfestmäßig) bei einer Großveranstaltung (z.B. Sunshinetour) 1-2 Stündchen aufspielt.
