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Heute meldet die AutoBild, Ausgabe 4/2008, Seite 8, dass VW das (erneute) Comeback einer Legende plane, einen echten Käfer soll es geben - mit Heckmotor!
"Was hat der Käfer mit Elvis Presley und James Dean gemeinsam? Er lebt und lebt und lebt. Auch Jahre nach dem letzten Auto, das in Mexiko vom Band lief, ist die verklärende Erinnerung an das Krabbeltier robuster, als der VW es jemals war. Echte Käfer-Mania!
Die Sehnsucht nach dem Original konnte auch der 1998 präsentierte New Beetle nicht stillen. Zwar scharte der rundliche Erbe in den USA eine große Fangemeinde um sich, doch ausgerechnet in seiner Heimat fiel der VW durch: zu viel Golf-Technik, zu teuer, zu wenig glaubwürdig. Dem New Beetle fehlte der Draht zu damals. Manche sagen: Ihm fehlte der Heckmotor.
Und dieses Antriebsprinzip entwickelt VW gerade in Form des up!, der als Studie in Frankfurt und Tokio großes Aufsehen erregt hat. Ein kleiner, günstiger Volkswagen mit dem Motor im Heck - Webseiten und Fan-Magazine sind wie elektrisiert von dem Projekt. Zwar steht das endgültige Jawort, der Beschluss des Aufsichtsrats, noch aus. Doch die Entwickler haben die Möglichkeiten der up!-Plattform längst entdeckt: Sie planen seit Mitte 2007 unterhalb des New Beetle einen neuen Käfer, der einen großen Image-Bonus besäße: Das neue Käferchen hat einen Heckmotor - wie das Original.
Intern ist der modulare Heckmotorbaukasten (MHB), wie die Techniker das Konzept des up! nennen, sehr umstritten. Grund: Der völlig neue Antrieb birgt Kosten- und Entwicklungsrisiken. Rückenwind bekommt die Heckmotor-Fraktion gerade aus Indien, wo Tata den Nano als billigsten Neuwagen der Welt (1700 Euro) vorgestellt hat. Der up! würde selbst als Dritte-Welt-Version noch 6000 Euro kosten. Selbst nach Abzug von Mehrwertsteuer und Mehrausstattung bleibt zum Tata eine Differenz von deutlich mehr als 100 Prozent.
Wie lässt sich das ausgleichen? Durch höhere Qualität, bessere Technik, vor allem durch mehr Gefühl. Emotion ist das Stichwort für die Käfer-Freunde bei VW, zu denen unter anderem auch der Design-Chef Walter de'Silva gehört. "Der Käfer und der up! haben viel gemeinsam - beide sind einfach, ehrlich, erschwinglich", sagt de'Silva. "Der Pfiff liegt in der intelligenten Beschränkung auf das Wesentliche."
"Wenn optimale Raumausnutzung Priorität hat, dann ist der Heckmotor nicht zu schlagen," glaubt de'Silva. VW plant drei verschiedene Formate mit 3,45, 3,60 und 3,75 Meter Länge. Der Kühler sitzt im Bug, wo er zusammen mit der Batterie und Nebenaggregaten für eine Achslastverteilung von schlechtestenfalls 40 zu 60 sorgt. Eine Stimme aus Wolfsburg, die es wissen müsste, fasst zusammen: "Dieses Konzept ist so flexibel, dass man fast alles daraus machen kann - ein Elektromobil, einen Käfer oder sogar einen Buggy. Sobald die Technik steht, ist ein neuer Hut nur noch Formsache, die sich schon bei geringen Stückzahlen rechnet."
Die Antriebsmodule werden brüderlich geteilt. In Vorbereitung sind ein Zweizylinder-Benziner mit 0,75 Liter Hubraum und ein Einliter-Dreizylinder als Benziner und als Diesel. Die Auslegung ist eine reine Kostenfrage - die Palette der Machbarkeiten beginnt beim Zweiventiler für Billigsprit und endet beim TSI-Vierventiler mit 125 PS oder mehr.
Gelenkt wird bei geringer Vorderachslast bevorzugt ohne Servo, schalten sollen die Fahrer des neuen Käfer zunächst nur manuell, später auch automatisch oder per Doppelkupplungs-Getriebe. Airbags und elektronische Fahrhilfen sind Teil des Konzepts, aber nicht in allen Märkten Standard.
Es sieht also gut aus für ein echtes Käfer-Revival. Aber das ist noch nicht alles. Es gibt noch eine Überraschung - und die verraten wir Ihnen auf der nächsten Seite.
Was sagen Sie dazu: VW überlegt, nicht nur einen Käfer anzubieten, sondern gleich zwei. Hier den kleinen Heckmotor-Erben, der das Original wiederauferstehen lässt und auch als moderner Micro-Bulli kommen kann, dort den New Beetle II. Denn VW muss ja auch die Geschichte des New Beetle weitererzählen. "Wir lassen diesen Kundenstamm gewiss nicht im Regen stehen", erklärt VW-Chef Martin Winterkorn. Wäre ja auch undenkbar, nachdem VW den Neo-Käfer mit großem Aufwand in den USA eingeführt hat und dort erfolgreich auf der Retro-Welle surft. Über eine Million New Beetle wurden seitdem gebaut, der Nachfolger muss zu den ehrgeizigen VW-Plänen in den USA beitragen: 2018 will die Marke drüben 800 000 Autos absetzen. Zum Vergleich: 2007 schaffte VW nur rund 250 000 Verkäufe.
Überhaupt: Warum soll es das Krabbeltier denn nicht in zwei Größen und zwei verschiedenen Ausprägungen geben? Einerseits als minimalistischen und trotzdem supercoolen Heckmotor-Kleinwagen, andererseits als extrovertiert-freches Golf-Derivat, das sich als New Beetle II so behutsam-konstant weiterentwickelt wie ein Mini oder die Sportwagen-Ikone Porsche 911.
Der Nachfolger soll schon Ende 2009 kommen. Zuerst als Cabriolet, das deutlich sportlicher ausfällt und an das Showcar Ragster erinnert. Ein Jahr später folgt schon die ebenfalls angeschärfte Limousine mit zwei Türen. Eine mutige Zeitplanung, die nur deshalb aufgeht, weil der New Beetle II auf den künftigen Golf VI aufbaut, der im Oktober 2008 Premiere feiert.
Die Plattform-Strategie erlaubt VW sogar, eine weitverzweigte Modellfamilie aufzubauen. Anders als beim up!, der mit maximal 3,75 Meter Länge nur eine begrenzte Zahl von Ablegern erlaubt, können die Wolfsburger beim New Beetle kräftig mit ihrem Konzern-Baukasten spielen. Neben Cabrio und Limousine befindet sich derzeit noch eine weitere Beetle-Variante im Planungsstadium: eine Art moderner Bulli für alle, denen ein T5 nicht nur zu langweilig, sondern auch zu kostspielig ist.
Der Bulli könnte als Bus, als Pick-up oder als Doppelkabine vor allem in den USA Furore machen und einen echten Kult lostreten. Wobei die Rechnung natürlich nur aufgeht, weil mit dem Touran bereits ein entsprechendes Grundmodell unsere Straßen bevölkert, das sich günstig adaptieren lässt. Vom kompakten Van zum Retro-Bulli ist es nur ein kleiner Schritt.
Diese VW-Strategie mag auf den ersten - und vielleicht sogar auf den zweiten - Blick gewagt erscheinen. Doch wer Toyota im Visier hat und die Produktion bis 2018 um vier oder fünf Millionen Autos hochfahren will, der schafft das nur mit zusätzlichen Modellen wie dem Heckmotor-Käfer oder der New-Beetle-Familie. Die Geschichte gibt genug Anregungen für VW-Modelle, die wir schon immer sehen wollten - und zwar in neuer Form."
Quelle: AutoBild
Es grüßt -
Franz (Marlinblue)
boa, das bedeutet ja fast die Literleistung des Porsche Turbo
Dann kann ich mit Dir doch noch Frieden schließen, oder? Du nimmt den einen Typ, ich den anderen.
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? Also, Clown-Kostüm bestimmt nicht, da schwimmt der Autor dieses Textes schon im Karneval
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Es ist doch nur konsequent, wenn ein richtig Käfer-ähnlicher Wagen mit Heckmotor daherkommt. So könnte man sich wieder mit den Luftgekühlten unterhalten, denen der Frontmotor voll ein Dorn im Auge ist. Und vielleicht auch dort Kundschaft finden.

