Beitragvon rote Zora » Mittwoch 7. Januar 2004, 13:48
Der Lückenfüller
Mit jeder neuen Messe wird der Automobilmarkt unübersichtlicher. Das liegt nicht nur an den vielen Pkw-Premieren, sondern auch an ständig neu definierten Fahrzeugsegmenten. Jetzt bereichert VW die Typenwelt um die Spezies Offroad-Coupé.
Es geschah in Detroit. Als Attraktion für die diesjährige Motorshow hat VW ein besonders eigenwilliges und futuristisches Konzeptfahrzeug nach Übersee geschafft: den Concept T. "Hierbei handelt es sich um ein Crossover aus hoch talentiertem Offroader und kompromisslos progressivem Sportwagen", teilen die Wolfsburger mit. Zwei eigentlich unvereinbare Fahrzeuggattungen sollen so "zu einer neuen Facette der automobilen Faszination verschmelzen".
Warum aber sollte ein Sportauto geländegängig sein? Und wieso sollte ein Geländewagen so eng und schnell wie ein Straßenrenner sein? Noch bevor eine schlüssige Antwort darauf gefunden ist, schließt VW vorsorglich diese vermeintliche Lücke im Pkw-Angebot. Das rote Auto mit Flügeltüren, weit ausgeschnittenen Radkästen, futuristischen Scheinwerfern und der geduckt-bulligen Anmutung, die dem der beiden Race-Touareg ähnelt, die derzeit bei der Rallye Paris-Dakar unterwegs sind, gehört zweifellos zu den auffälligsten und gewagtesten Weltpremieren in Detroit.
Motorisiert ist der Concept T mit einem V6-Motor, der eine Leistung von 241 PS (177 kW) bereitstellt. Automatikgetriebe und Allradantrieb bringen die Kraft auf die Straße. Als Fahrwerte gibt VW ein Beschleunigungsvermögen von 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h an sowie eine elektronisch limitierte Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.
Stufenweise lässt sich die Studie - mal abgesehen von den hoch aufschwingenden Flügeltüren - öffnen: Die beiden Dachteile über den Insassen können herausgenommen werden. Zudem lässt sich auch das hintere Dachmodul mitsamt der Heckklappe wie ein Hardtop abnehmen. Die Scheinwerfer vorne und hinten klemmen quasi zwischen Karosserie und Stoßfänger. Am Heck sind neben den Leuchten die Auspuffrohre platziert - kein anderes Auto bislang pustet Abgase in dieser Höhe hinaus.
Die Karosserie mit wuchtigen Schwüngen wirkt wie eine Dünenlandschaft. Es scheint, als seien auch einige der Formen aus den kommenden Seat-Modellen in die Linienführung eingeflossen. Zum Glück helfen die großen VW-Logos an Front- und Heckpartie dabei, das Auto eindeutig zuzuordnen. Auch der Innenraum des Concept T hat so gar nichts von der bislang bekannten VW-Einrichtung. Cool und kantig wirkt das Interieur, schwarzer Kunststoff dominiert, der Lenkradkranz streckt sich dem Fahrer geradezu entgegen.
Raffiniert ist die Idee der Designer, den so genannten Outdoor-Trimm mittels Schnellverschlüssen gegen einen "Downtown-Trimm" zu tauschen. So verwandelt sich der Innenraum von einem strapazierfähigen Kunststoff-Käfig in einen feinen, mit Leder ausgeschlagenen Salon. Der Fond des Wagens lässt sich ebenfalls variieren: als Stauraum für Gepäck oder als Sitzplatz für zwei weitere Passagiere.
Angesichts der jüngsten Elektronikprobleme bei zahlreichen Herstellern mutet es nicht sonderlich attraktiv an, wenn VW von einer "neuen Form der Datenkommunikation und der individuellen Einstellungen" in der Studie schwärmt. Personal Mobility Gateway (PMG) heißt das System, dessen Eingabeeinheit eine Art Taschencomputer ist. Drahtlos werden mit diesem Gerät Bauteile wie die Klimaanlage, das Navigationssystem oder der MP3-Spieler gesteuert.
So, wie der Concept T in Detroit steht, wird er niemals in Serie gehen. Aber Details des Fahrzeugs könnten sich womöglich in einer kleineren Variante des Touareg, in einem Sportcoupé der gehobenen Mittelklasse oder gar in einem rassigen Golf-Ableger wiederfinden. In den letzten Jahren jedenfalls gelangten einige der in Detroit gezeigten VW-Studien - allerdings nach teils radikalen Änderungen - bis in die Serienfertigung.
Quelle: spiegel.de
Ein runder Gruß
Sylvia
BeetleFun.de - Die menschliche Seite für den New Beetle____________
